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KI-Agenten sind startklar. Sind Ihre Produktdaten es auch?

KI-Agenten sollen Produktinformationen aufbereiten, Inhalte erstellen und Teams entlasten. Das gelingt nur, wenn die Daten dahinter stimmen: Unvollständige oder widersprüchliche Angaben verarbeitet ein Agent genauso wie korrekte. Ob Ihr Produktdatenmanagement AI-ready ist, entscheiden drei Faktoren: strukturierte Produktdaten, klar definierte Workflows und verbindliche Zuständigkeiten.
Ein freundlicher KI-Roboter steht in Startposition auf einer Laufbahn mit der Aufschrift „START“. Rechts daneben werden Produktkarten mit einem T-Shirt, einem Schuh und einem Sessel sowie eine Checkliste mit den Punkten „Titel“, „Beschreibung“, „Bilder“, „Attribute“, „Kategorien“ und „Verfügbarkeit“ angezeigt. Symbole für Datenbank, Dokumente und Bilder verdeutlichen einen automatisierten Prozess zur Anreicherung und Verwaltung von Produktdaten.

KI-Agenten brauchen mehr als ein gutes Tool: Drei Dinge, die Ihre Produktdaten AI-ready machen

In Kundengesprächen hören wir gerade oft dieselbe Frage: „Brauche ich SEO überhaupt noch? Jetzt ist doch GEO das große Thema.“ Unsere Antwort: SEO bleibt wichtig, denn KI-Suchen stützen sich auf dieselben Webinhalte, die auch Suchmaschinen erfassen. Was sich verändert, sind die Anforderungen an diese Inhalte. Wer von KI-Agenten und KI-Suchen berücksichtigt werden will, braucht strukturierte, maschinenlesbare und vor allem konsistente Produktdaten. Sonst wird er in den Antworten schlicht übergangen.

Wie das in der Praxis aussieht, habe ich im Webinar „KI-Agenten & PXM“ gemeinsam mit Damian Deßler von ATAMYA gezeigt. Die wichtigsten Erkenntnisse fasse ich hier zusammen.

Was bedeutet AI-Readiness im Produktdatenmanagement?

AI-Readiness (auch KI-Readiness) bedeutet, dass ein Unternehmen die Daten, die technischen Verbindungen und die organisatorischen Regeln hat, die ein konkreter KI-Anwendungsfall braucht. Im Produktdatenmanagement heißt das vor allem: Ein KI-Agent kann auf verlässliche Produktinformationen zugreifen, und es ist klar geregelt, wofür er zuständig ist und wofür nicht.

Wir betrachten AI-Readiness deshalb entlang von drei Dimensionen:

  • Daten:

    Sind Produktinformationen strukturiert, vollständig und über alle Kanäle konsistent?

  • Technologie:

    Sind Systeme und Workflows so verbunden, dass KI, Automatisierung und fachliche Prüfung ineinandergreifen?

  • Organisation:

    Sind Verantwortlichkeiten, erlaubte KI-Dienste und der Umgang mit Unternehmensdaten geklärt?

PIM, DAM und PXM kurz erklärt

Ein PIM (Product Information Management) ist der zentrale Ort für Produktinformationen. Ein DAM (Digital Asset Management) verwaltet die zugehörigen Bilder und Dokumente, etwa Zertifikate. PXM (Product Experience Management) nutzt beides, um für jede Zielgruppe und jeden Kanal die passenden Informationen bereitzustellen.

Kurz: PIM ist die Grundlage, PXM das Ziel.

AI-Readiness heißt: Ein Unternehmen hat die Daten, technischen Verbindungen und organisatorischen Regeln, die für einen konkreten KI-Anwendungsfall nötig sind. Entscheidend ist nun, kann der KI-Agenten auf verlässliche Informationen zugreifen, und ist klar, wofür er zuständig ist und wofür nicht?

Warum verstreute Produktdaten KI-Agenten ausbremsen

Die Ausgangslage kennen viele Unternehmen: Die Corporate Website zeigt Produkte, Bilder und Kategorieseiten, gepflegt von Online-Redakteuren, oft noch weitgehend manuell. Für Details verweist sie auf einen Produktkatalog oder ein Media Center, also ein anderes System mit anderer Struktur. Dazu kommt vielleicht ein Ersatzteilshop mit wieder eigenen Daten.

Das Ergebnis sind uneinheitliche Attribute. Jedes System ist für seinen Zweck gepflegt, aber keines ist auf die anderen abgestimmt. Wenn dann die KI-Suche Druck macht, klebt man überall ein Pflaster drauf und gleicht von Hand an. Das ist langsam, fehleranfällig und aufwendig, und die gewünschte Sichtbarkeit stellt sich trotzdem nicht ein.

Vergleich zwischen einer dezentralen und einer zentralen Produktdatenverwaltung. Links zeigen Website, Produktkatalog und Ersatzteilshop voneinander abweichende Produktinformationen. Rechts sorgen PIM, DAM und KI-Agenten für konsistente Daten, zentrale Verwaltung und automatisierte Ausspielung über alle Kanäle.

1. Strukturierte Produktdaten machen KI-Agenten erst nutzbar

Ohne ein sauberes Datenmodell hat ein KI-Agent nichts, worauf er sich verlassen kann. Wie schnell sich ein solches Modell heute entwerfen lässt, haben wir im Webinar live gezeigt.

Für den Showcase haben wir Produktseiten einer Kundenwebsite crawlen lassen. Unser PXM-Assistent hat Kategorien, Attribute und Werte erfasst und in ein Datenmodell überführt, das sich ohne manuelle Eingabe in ATAMYA übertragen lässt. Im Beispiel waren das 42 Produkte, vier Objekttypen und 53 Attribute. Die Übertragung lief live durch.

Benutzeroberfläche des „Celum DAM Assistant“ mit dem Reiter „Webshop-Import“. Ein Eingabefeld für eine Shop-URL und ein Button „Crawl starten“ ermöglichen den Import von Produktdaten. Darunter wird ein gespeicherter Crawl mit einer Produktkategorie-URL, 42 Produkten und einem Wiederverwenden-Button angezeigt.

Damian hat dazu etwas Bezeichnendes angemerkt: Ein Datenmodell gemeinsam mit einem Unternehmen zu erarbeiten, kann Monate dauern. Die KI ersetzt diese Arbeit nicht, liefert aber in kurzer Zeit einen Vorschlag, mit dem man arbeiten kann. Dasselbe Prinzip hilft, wenn Sie viele Lieferantenstammdaten in Ihr Zieldatenmodell bringen müssen.

Wo der Mensch gefragt bleibt

Der Assistent hat auch Attribute vorgeschlagen, die er zusammenführen würde. „Stellzeit“ und „Stellzeitbereich“ lassen sich gut konsolidieren. Bei „Gehäusematerial“ und „Schraubenmaterial“ ist das schon nicht mehr so klar. Ähnlich heißt nicht gleichbedeutend. Ob zwei Attribute zusammengehören, entscheidet das Produktwissen, nicht die sprachliche Ähnlichkeit.

2. Datenqualität braucht klare Workflows und gezielte Prüfungen

Mit dem Import beginnt die eigentliche Arbeit. Damian hat gezeigt, wie das in einem definierten Workflow aussehen kann.

Sobald ein Produkt angelegt wird, entsteht automatisch eine Aufgabe für den Produktmanager. Er legt per Formular fest, in welche Sprachen übersetzt wird, für welche Zielgruppen die Texte aufbereitet werden und für welche Kanäle das Produkt vorbereitet wird. Danach läuft vieles im Hintergrund: Daten aus dem ERP kommen dazu, Attribute werden abgeleitet, und ein KI-Agent entwirft die Produktbeschreibung.

Quality Gates und Confidence Score: So wird Datenqualität geprüft

Besonders aufschlussreich ist der zweite Agent im Workflow. Er schreibt nichts, er prüft nur. Dieser Governance-Agent analysiert die Daten, bewertet sie mit einem Confidence Score und zeigt dem Produktmanager, wo er genauer hinschauen sollte. Bei Produkten mit Hunderten von Attributen ist das eine echte Hilfe.

Ein Quality Gate ist ein definierter Prüfpunkt im Workflow, an dem ein Mensch eingebunden wird. Im Beispiel lag der Schwellenwert bei 80 Prozent. Das Produkt kam auf 45 Prozent, deshalb landete die Aufgabe bei einem Menschen. Wichtig: Der Score ist eine Entscheidungshilfe in diesem Workflow, kein Beweis für fachliche Richtigkeit.

Der Produktmanager fand tatsächlich einen Wert, der nicht stimmen konnte, und korrigierte ihn. Die Datenqualität im PIM stieg dadurch von 42 auf 74 Prozent und nach den letzten Ergänzungen auf 100 Prozent. Zu diesen Ergänzungen gehören Informationen, die nicht von der KI kommen:

  • Einheiten:

    Kommt ein Gewicht aus einem Fremdsystem in Gramm, rechnet das PIM es regelbasiert in die Basiseinheit um.

  • Normen und Standards:

    Sie ergänzt der Fachmann.

  • Zertifikate:

    Sie werden direkt aus dem angebundenen DAM zugeordnet, was gerade für Kunden im technischen Umfeld wichtig ist.

Ein zweites Quality Gate galt den Produktbeschreibungen. Die KI hatte sie neutral erzeugt und zusätzlich für verschiedene Zielgruppen formuliert, etwa für Engineering und den technischen Einkauf. Beide Varianten basieren auf denselben freigegebenen Merkmalen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Übersetzt wurde ins Englische und Chinesische, in der Demo mit DeepL. Auch eine strukturierte Darstellung für generative Suchen lässt sich über Schnittstellen bereitstellen.

Was KI übernehmen sollte und was nicht

Nur weil man etwas mit KI machen kann, sollte man es nicht automatisch tun. Der Beispiel-Workflow bestand aus acht Schritten und drei Entscheidungen. Vieles davon ist klassische Automatisierung mit festen Regeln, wie sie sich auch mit Tools wie n8n oder Make bauen lässt. KI kommt dort ins Spiel, wo Texte entstehen oder Daten bewertet werden. Der Mensch im Prozess (Human-in-the-Loop) konzentriert sich auf das, was er am besten kann: bewerten, entscheiden, freigeben.

Prozessdiagramm für einen KI-gestützten Produktdaten-Workflow. Der PXM Assistant analysiert Produktseiten, erstellt Attribute und Produktmodelle, ergänzt fehlende Daten, erzeugt Beschreibungen und Übersetzungen. Menschen greifen nur an definierten Freigabe- und Qualitätssicherungspunkten ein.

Nachvollziehbarkeit gehört dazu

Zur Kontrolle gehört eine lückenlose Historie. Ihr Team muss jederzeit sehen können, welcher Wert von einem Menschen geändert und welcher vom Workflow oder der KI erzeugt wurde, auch auf Ebene einzelner Attribute. Gerade beim KI-Einsatz ist das keine Kür.

3. AI-Readiness braucht klare Verantwortlichkeiten

Von den drei Dimensionen ist die Organisation die größte Hürde. Daten und Technologie bekommt man in den Griff. Wenn aber die Prozesse nicht funktionieren, die Menschen nicht mitziehen und keine Leitplanken definiert sind, hilft das beste Tool nichts.

Vor dem Start sollten unter anderem diese Fragen geklärt sein:

  • Nutzen Mitarbeitende einen Unternehmensaccount für KI-Tools oder jeder seinen eigenen?
  • Welche Plattformen sind erlaubt?
  • Ist der Einsatz DSGVO-konform?

Wer das nicht klärt, kann sich das Thema sparen.

Braucht man in Zukunft noch ein PIM?

Gelegentlich hören wir: In fünf Jahren gibt es keine PIM-Systeme mehr, dann holt sich ein Agent die Daten aus allen Systemen, konsolidiert sie und spielt sie wieder aus. Technisch ist das mit entsprechendem Aufwand denkbar. Ich sehe es anders. Der Fokus des PIM verschiebt sich, es geht nicht mehr nur um Strukturen und Klassifikationen. Ein Agent interessiert sich aber erst für Ihre Daten, wenn die Struktur dahinter stimmt. Das PIM bleibt die Basis, auf der Konsistenz über alle Kanäle entsteht.

Wo liegt der Wettbewerbsvorteil?

Das KI-Tool können Ihre Wettbewerber ebenfalls einkaufen. Der Unterschied entsteht davor und danach: bei Daten, Prozessen und Zuständigkeiten. Wer seine Produktdaten konsistent, strukturiert und nachvollziehbar pflegt, hat bessere Voraussetzungen, von KI-Suchen und Agenten berücksichtigt zu werden. Neue Anwendungsfälle lassen sich dann auf einer vorhandenen Basis umsetzen, statt bei jedem Projekt erneut mit der Datenbereinigung zu beginnen.

Fazit: Klein anfangen, Zuständigkeiten klären

Sie müssen nicht Ihren gesamten Produktbestand auf einmal umbauen. Nehmen Sie eine überschaubare Produktgruppe und gehen Sie den Weg von der Quelle bis zur Veröffentlichung einmal komplett durch. Diese fünf Fragen helfen beim Einstieg:

  • Gibt es eine verbindliche Quelle für Ihre Produktinformationen, und sind Abweichungen zwischen Kanälen sichtbar?
  • Sind Attribute, Einheiten und die Zuordnung von Dokumenten eindeutig geregelt?
  • Wissen Sie, welche Schritte Sie regelbasiert automatisieren, wo KI unterstützt und wo ein Mensch prüft?
  • Können Sie nachvollziehen, wer oder was einen Wert geändert hat?
  • Sind Verantwortlichkeiten, erlaubte KI-Dienste und der Umgang mit Unternehmensdaten geklärt?

Offene Antworten sind kein Problem, sie zeigen, wo Sie ansetzen können. Wenn Sie Ihre Ausgangslage genauer einordnen möchten, ist unser Agentic Readiness Check ein guter erster Schritt. Anschließend prüfen wir gemeinsam, welcher Prozess sich für Ihren Einstieg eignet.

FAQ – Häufige Fragen zur AI-Readiness von Produktdaten

  • Was bedeutet AI-Readiness im Produktdatenmanagement?
    AI-Readiness bedeutet, dass ein Unternehmen die Daten, technischen Verbindungen und organisatorischen Regeln hat, die ein konkreter KI-Anwendungsfall braucht. Im Produktdatenmanagement heißt das: Produktdaten sind strukturiert und konsistent, Workflows verbinden KI mit fachlicher Prüfung, und Zuständigkeiten sind geklärt.
  • Ist SEO durch GEO überflüssig geworden?
    Nein. KI-Suchen stützen sich auf dieselben Webinhalte, die auch klassische Suchmaschinen erfassen, deshalb bleibt SEO relevant. Hinzu kommt der Anspruch an strukturierte, maschinenlesbare und konsistente Daten, die KI-Systeme zuverlässig auswerten können.
  • Warum reichen verstreute Produktdaten für KI-Agenten nicht aus?
    Weil Attribute je nach System unterschiedlich gepflegt sind. Widersprechen sich Angaben zwischen Website, Katalog und Shop, fehlt KI-Systemen eine verlässliche Grundlage. Wer das manuell glättet, hat hohen Aufwand und trotzdem Lücken.
  • Welche Aufgaben sollte KI übernehmen und welche nicht?
    Feste Regeln wie Einheitenumrechnungen oder Statuswechsel lassen sich klassisch automatisieren. KI eignet sich für Textentwürfe und zur Prüfung von Daten. Wo Fehler Folgen haben, etwa bei sicherheitsrelevanten Angaben, gehört eine menschliche Freigabe dazu.
  • Was ist ein Quality Gate?
    Ein Quality Gate ist ein definierter Prüfpunkt im Workflow, an dem ein Mensch eingebunden wird, zum Beispiel wenn der Confidence Score unter einem festgelegten Schwellenwert liegt. So landen nur die Fälle bei Fachleuten, die tatsächlich eine Prüfung brauchen.
  • Was sagt ein Confidence Score aus?
    Ein Confidence Score bewertet, wie verlässlich ein KI-Agent einen Datensatz einschätzt. Im Workflow dient er als Entscheidungshilfe: Liegt er unter dem Schwellenwert, prüft ein Mensch. Ein hoher Score ist allerdings kein Beweis für fachliche Richtigkeit.
  • Was ist der Unterschied zwischen PIM und PXM?
    Ein PIM ist der zentrale Ort, an dem Produktinformationen gepflegt und strukturiert werden. PXM baut darauf auf und stellt für jede Zielgruppe und jeden Kanal die passenden Informationen bereit, oft ergänzt um Bilder und Dokumente aus dem DAM.
  • Braucht man in Zukunft noch ein PIM?
    Aus meiner Sicht ja. Das PIM liefert die strukturierte, konsistente Grundlage, auf der KI-Agenten und PXM überhaupt sinnvoll arbeiten können. Sein Fokus verschiebt sich aber von reinen Strukturen und Klassifikationen hin zur verlässlichen Datenbasis für KI-Anwendungen.

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AI-Readiness im Produktdatenmanagement: 3 Erfolgsfaktoren