Agentic AI beginnt nicht mit KI – sondern mit guter Digitalisierung
Seit vielen Jahren begleiten wir Unternehmen dabei, komplexe digitale Plattformen aufzubauen. Wir strukturieren Produktdaten, integrieren Systeme, entwickeln E-Commerce-Lösungen, schaffen moderne Softwarearchitekturen und begleiten organisatorische Veränderungen.
Lange bevor Begriffe wie Agentic AI oder KI-Agenten entstanden sind, haben wir damit die Grundlagen geschaffen, auf denen diese Technologien heute aufbauen. Denn autonome KI-Agenten entstehen nicht im luftleeren Raum, se benötigen hochwertige Daten, vernetzte Systeme, klare Prozesse und eine Organisation, die Veränderungen aktiv gestaltet.
Genau deshalb sprechen wir heute über Agentic Readiness.

Die nächste Entwicklungsstufe der KI beginnt nicht mit dem Modell
In den vergangenen zwei Jahren haben viele Unternehmen erste Erfahrungen mit generativer KI gesammelt. Texte erstellen, Informationen recherchieren, Code generieren oder Marketinginhalte entwickeln – Conversational AI ist in vielen Bereichen bereits ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags.
Doch die Entwicklung geht weiter. Die nächste Generation von KI-Systemen beantwortet nicht nur Fragen, sondern kann Aufgaben eigenständig planen, Informationen aus verschiedenen Quellen kombinieren und Aktionen über Systemgrenzen hinweg ausführen. Diese sogenannten KI-Agenten (Agentic AI) werden in den kommenden Jahren viele Geschäftsprozesse nachhaltig verändern.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr:
“Welches KI-Modell setzen wir ein?”,
sondern:
“Ist unser Unternehmen überhaupt bereit für Agentic AI?”
Genau hier setzt das Konzept der Agentic Readiness an.
Was bedeutet Agentic Readiness?
Agentic Readiness beschreibt den Reifegrad eines Unternehmens für den produktiven Einsatz autonomer KI-Agenten. Es geht um das Zusammenspiel aus Daten, Organisation und Systemlandschaft, das darüber entscheidet, ob ein KI-Agent im Alltag tatsächlich Mehrwert schafft oder ein Pilotprojekt bleibt.
Ein KI-Agent muss Unternehmenswissen verstehen, auf verschiedene System zugreifen, Informationen bewerten, Entscheidungen treffen und Prozesse anstoßen. Jede dieser Fähigkeiten hängt an Voraussetzungen, die viele Unternehmen heute erst aufbauen.
Drei Dimensionen bestimmen, wie gut ein Unternehmen darauf vorbereitet ist und machen aus einer KI-Anwendung einen echten digitalen Mitarbeiter:
- Daten & Wissen
- Strategie & Organisation
- Technologie & Delivery
Warum ChatGPT allein nicht ausreicht
Ein Sprachmodell beantwortet Fragen. Ein KI-Agent handelt. Er plant Teilschritte, kombiniert Informationen aus mehreren Quellen und führt Aktionen über Systemgrenzen hinweg aus. Diese Autonomie verändert die Anforderungen fundamental. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, welches Modell zum Einsatz kommt, sondern ob das Unternehmen die Grundlagen dafür geschaffen hat, dass ein Agent verlässlich arbeiten kann.
Die drei Dimensionen der Agentic Readiness
Dimension 1: Daten & Wissen – Der Treibstoff für KI-Agenten

Die Qualität eines KI-Agenten hängt unmittelbar von der Qualität seines Kontexts ab. In unseren Projekten erleben wir immer wieder dieselbe Situation. Unternehmen verfügen bereits über wertvolle Informationen – verteilt auf ERP, PIM, DAM, CRM, Commerce-Plattformen oder individuelle Fachanwendungen.
Die Herausforderung besteht selten darin, Daten zu beschaffen.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, sie über Systemgrenzen hinweg verfügbar, konsistent und verständlich zu machen.
Genau diese Arbeit bildet heute die Grundlage für Agentic AI. Ohne Kontext arbeitet KI nur mit Vermutungen.
Dimension 2: Strategie & Organisation – Menschen bleiben im Mittelpunkt

Agentic AI verändert Arbeitsweisen, Rollen und Verantwortlichkeiten. Wer Aufgaben an Agenten überträgt, muss klären, welche Geschäftsziele damit verfolgt werden, welche Prozesse sich überhaupt eignen, wer die Verantwortung trägt und wie die Governance aussieht. Auch die Frage, wie Mitarbeitende den Wandel mittragen, gehört hierher.
Viele KI-Initiativen scheitern nicht an der Technologie, sondern an fehlender strategischer Einbettung. Erfolgreiche Unternehmen starten deshalb nicht mit möglichst vielen Use Cases gleichzeitig, sondern mit klar priorisierten Anwendungsfällen und definierten Verantwortlichkeiten. Technologie allein reicht dafür nicht aus.
Agentic AI entfaltet ihren Mehrwert dort, wo Technologie und Organisation gemeinsam weiterentwickelt werden.
Dimension 3: Technologie & Delivery – Systeme intelligent verbinden

Damit KI-Agenten produktiv arbeiten können, benötigen sie Zugriff auf die Systeme, in denen das Unternehmenswissen gespeichert ist: ERP, PIM, DAM, CRM, Webshops, DMS, Cloud-Anwendungen, Partnerplattformen etc.
Moderne Architekturen und offene Schnittstellen ermöglichen es den Agenten, Informationen systemübergreifend abzurufen und daraus konkrete Aktionen abzuleiten, etwa Inhalte recherchieren, Bilder bewerten, Daten ergänzen, Produkte zuordnen, Prozesse anstoßen oder Ergebnisse dokumentieren.
Die Entwicklung solcher Integrationsarchitekturen gehört seit Jahren zu unserem Kerngeschäft. Was früher Daten zwischen ERP, PIM, DAM oder Commerce-Plattformen ausgetauscht hat, wird heute zum Arbeitsraum intelligenter Agenten.
Das Model Context Protocol (MCP) spielt dabei eine wachsende Rolle, weil es Agenten einen standardisierten Zugriff auf externe Systeme erlaubt. Am Ende entscheidet weniger das einzelne KI-Modell über den Erfolg als die Fähigkeit, Wissen über Systemgrenzen hinweg nutzbar zu machen.
Praxisbeispiel: Von der Bildsuche zur Kampagnenempfehlung
Wie sich dieses Zusammenspiel in der Praxis zeigt, haben wir in einem eigenen Prototypen demonstriert.
Ein Marketing-Mitarbeiter formuliert eine einfache Anfrage: „Suche passende Bilder für eine Sommerkampagne.“
Ein KI-Agent übernimmt anschließend mehrere Schritte selbstständig:
- Er versteht die Anfrage.
- Er greift auf Unternehmenswissen zu.
- Über einen MCP-Server werden verschiedene Systeme angebunden – unter anderem ein Digital Asset Management System (DAM).
- Eine Vision-KI analysiert die gefundenen Bilder.
- Der Agent bewertet, welche Assets sich für die Kampagne eignen.
- Abschließend liefert er eine begründete Empfehlung statt einer einfachen Trefferliste.
Die eigentliche Innovation liegt dabei nicht in der Bildanalyse selbst. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Wissen, Kontext und einer Infrastruktur, die verschiedene Systeme intelligent orchestriert.
Typische Stolpersteine
In Gesprächen mit Unternehmen begegnen uns immer wieder ähnliche Herausforderungen:
- Daten liegen in isolierten Systemen vor.
- Wissen ist nicht strukturiert verfügbar.
- Es fehlt eine gemeinsame KI-Strategie.
- Prozesse sind nicht ausreichend dokumentiert.
- Pilotprojekte bleiben Insellösungen.
Die Folge: KI liefert zwar beeindruckende Einzelergebnisse, lässt sich aber nicht nachhaltig in die Wertschöpfung integrieren.
Agentic Readiness hilft dabei, diese Lücken systematisch zu schließen.
Fazit: Für uns ist Agentic AI die logische Weiterentwicklung der Digitalisierung
Wir glauben nicht, dass Agentic AI klassische Unternehmenssoftware ersetzt. Im Gegenteil. Der Wert bestehender Systeme steigt. Denn genau dort liegt das Wissen, auf das KI-Agenten künftig zugreifen.
Deshalb verstehen wir Agentic Readiness nicht als neues Projekt neben der Digitalisierung. Sie ist deren konsequente Weiterentwicklung.
Seit vielen Jahren unterstützen wir Unternehmen dabei,
- Daten nutzbar zu machen,
- komplexe Systemlandschaften zu integrieren,
- moderne Softwarelösungen zu entwickeln,
- Geschäftsprozesse zu digitalisieren
- und Veränderungen organisatorisch zu begleiten.
Heute kommt eine neue Fähigkeit hinzu: Unternehmenssoftware wird intelligent. Agenten greifen auf Wissen zu, verstehen Zusammenhänge und unterstützen Menschen bei ihrer täglichen Arbeit.
Wir sind überzeugt: Die erfolgreichsten KI-Projekte der kommenden Jahre werden nicht dort entstehen, wo die neuesten Modelle eingesetzt werden, sondern dort, wo Unternehmen bereits heute in Daten, Integration, Software und Organisation investieren.
Und genau dabei begleiten wir unsere Kunden seit vielen Jahren. Wir schaffen genau die Grundlagen, auf denen Agentic AI heute aufbauen kann.




